Bienenfütterung im Herbst: Futtermengen richtig berechnen
Futtermenge berechnen leicht gemacht: Für die sichere Überwinterung zählt die eingelagerte Zuckermenge, nicht das Volumen der Lösung. Dieser Ratgeber erklärt Bedarf, Mischungen und Verluste – inkl. integriertem Rechner.
Futterbedarf eines Bienenvolkes
Ein Wirtschaftsvolk benötigt etwa 20 bis 25 kg eingelagertes Winterfutter. Der Bedarf hängt von Volksstärke, Beutensystem sowie Klima und Standort ab. Entscheidend sind die tatsächlich eingelagerten Vorräte – nicht die zugefütterte Flüssigkeitsmenge.
Einlagerbares Futter und Verluste
Bienen lagern nur den Zuckeranteil ein; das Wasser wird bei der Verarbeitung reduziert. Durch Energieverbrauch und Stoffwechsel entstehen Verluste. Faustregel: 1 kg Zucker ≈ 0,8–0,9 kg eingelagertes Winterfutter. Plane deshalb einen Zuschlag von etwa 10–20 % ein.
Zuckerwasser-Mischungen im Vergleich
| Verhältnis | Zuckeranteil | Gärrisiko |
|---|---|---|
| 1 : 1 | 50 % | hoch |
| 3 : 2 | 60 % | mittel |
| 2 : 1 | 67 % | gering |
| Sirup | 72–74 % | sehr gering |
Mit höherer Konzentration steigen Effizienz und Haltbarkeit, der Arbeitsaufwand für die Bienen sinkt.
So rechnest du die Menge aus
Gerechnet wird über die benötigte Zuckermenge. Beispiel: Ein Volk ohne Vorräte soll 25 kg Winterfutter einlagern. Mit 10–20 % Verlust ergeben sich rund 28–30 kg Zucker; bei einer 3:2-Mischung ca. 19–20 Liter Wasser und etwa 47–50 Liter Futterlösung.
- 1 : 1 – vor allem zur Reizfütterung
- 3 : 2 – Standardmischung für die Auffütterung
- 2 : 1 – für späte Fütterung und größere Mengen
- Sirup – bei Zeitdruck oder ungünstiger Witterung
Haltbarkeit und Anzeichen von Gärung
Die Haltbarkeit ist temperaturabhängig: bei ~20 °C hält 1:1 etwa 1–2 Tage, 3:2 etwa 2–3 Tage, 2:1 rund eine Woche, Sirup mehrere Wochen. Nicht mehr verwenden bei alkoholischem Geruch, Schaum oder Gasbildung. Nur so viel anrühren, wie in wenigen Tagen verbraucht wird, sauber arbeiten und kühl lagern.
Mengen automatisch berechnen lassen
Der Futtermengenkalkulator im Imkereimanager rechnet Bedarf, Zucker, Wasser und Gänge automatisch – inkl. Verlust-Zuschlag und Gärrisiko. Die Menge pro Fütterungsgang lässt sich direkt in die digitale Fütterungsaufzeichnung übernehmen.